Ein schwarzer Tag
Die bittere Wahrheit, aber endlich Klarheit…
Nach anderthalb Jahren unermüdlichen Forschens, Suchens, Hinterfragens, Zweifelns und um die 5000,00 € ärmer haben wir gestern eine traurige Diagnose erhalten.
Als ich Mara vor anderthalb Jahren aus dem bosnischen Tierschutz bei mir aufnahm, habe ich nicht im Ansatz geahnt, was für eine Odyssee wir gemeinsam durchlaufen werden und was dieser arme Hund bereits hinter sich hatte.
Eine süße schwarz gelockte Hündin mit weißem Latz und einer weißen Pfote blickte müde und traurig vom Dach ihrer Hundehütte des Tierschutzvereins in die Kamera.
Wäre ich damals schon in der Lage gewesen mit Hilfe der Tierkommunikation ein tief gehendes Gespräch mit ihr zu führen, hätten wir uns wahrscheinlich nie persönlich kennen gelernt.
Mara wurde zur Vermittlung angeboten. Ihre 4 Welpen, die sie mit zwei Jahren bereits zur Welt gebracht hatte waren schon vermittelt, so dass Mara alleine zurück blieb.
Heute sagt Mara, sie hätte sich MICH ausgesucht. Wie auch immer, wir sollten definitiv zueinander finden!
Unser gemeinsamer Start gestaltete sich zunächst etwas schwierig. Darüber hatte ich in einem Blog Beitrag ja bereits berichtet. Es ist eben definitiv wie bei uns Menschen nicht zu unterschätzen, aus welcher Kultur man kommt, wie man sozialisiert wurde und wie freiheitsliebend man ist. Mara kannte nichts. Keine Treppen, keinen Fahrstuhl, keinen Straßenlärm, keine ständig ertönenden Martinshörner, keine Leine und keine angeleinten anderen Hunde.
Es brauchte eine ganze Zeit, bis sie Vertrauen zu mir hatte und begriff, dass sich ihr Leben nun komplett ändern und sie für immer bei mir bleiben würde. Trotzdem befand sie sich eigentlich ständig in ängstlicher Anspannung durch die äußeren Einflüsse. Es dauerte gar nicht lange und sie zeigte ihren Stress in Form einer Darmentzündung. Darauf folgte wenig später eine Futtermittel Unverträglichkeit. Auch das Autofahren gestaltete sich immer mehr zum Stressprogramm bis es wenig später in einer Angstpsychose gipfelte. Kein Wunder, dauerte der Transport von Bosnien nach Deutschland mehr als 24 Stunden. Mindestens 25 Hunde in einem dunklen Transporter in übereinander gestapelten Boxen und das Ziel unbekannt!
Ich hatte schon nach recht kurzer Zeit das Gefühl, Mara keinen Gefallen getan und sie zu mir in die Stadt in eine Dachgeschosswohnung geholt zu haben.
Sie wurde immer ruhiger, manchmal wirkte sie melancholisch, die Freude an Interaktionen mit mir oder anderen Hunden liess mehr und mehr nach.
Bis dahin hatte ich schon so vieles versucht und ausprobiert.
Physiotherapie, Hundetrainer, homöopathische Mittel, Futterumstellungen mit Ernährungsberatung und und und.
Im letzten großen Blutbild wurden dann Anaplasmen festgestellt. Eine sogenannte Mittelmeerkrankheit, die unentdeckt tödlich enden kann.
Nachdem Mara trotz Behandlungen, viel Zuwendung und Aufmerksamkeit trotzdem immer lethargischer wurde und aus unerklärlichen Gründen an Gewicht zunahm, habe ich nun ihren kompletten Körper röntgen lassen. Ich war mir sicher, dass es einen ganz anderen Grund für ihre schwache physische und psychische Konstitution geben musste.
Gestern bei der Auswertung der Bilder dann die Erklärung für so viele Situationen in der Vergangenheit, die mir unklar und auffällig erschienen.
Mara wurde in Bosnien angeschossen!!!
Zwei Projektile stecken in ihrem Thorax, eines im Muskelgewebe kurz über dem Herzen, das andere über dem fünften Rippenbogen.
Wenn selbst die Schulmedizin von einem schweren Trauma spricht, was Mara erlitten hat, dann weiß ich die Schwere ihrer psychischen Last in etwa einzuschätzen.
Die Ärzte sprechen auch von körperlichen Folgeentwicklungen, die aus solch einem schweren Trauma entstehen können.
Und so war es auch nicht überraschend, dass sie inzwischen ein vergrößertes Herz, Schatten auf der Lunge, angerissene Kreuzbänder an den Knien der Hinterbeine und eine beginnende Spondylose im unteren Rücken hat.
Wenn man das Wesen und den Charakter eines MUDIS (ungarischer Hütehund steckt definitiv in ihr) nachliest, zeigt sich dieser als hochsensibel, autark, selbstbestimmt, intelligent und feinsinnig. Mir blutet das Herz bei der Vorstellung, was Mara alles schon erleiden musste!
Nun habe ich auch den absolut nachvollziehbaren Grund für ihre extreme Geräuschangst geliefert bekommen. Gewitter, Feuerwerk, ein lauter Knall, zugeschlagene Türen, all das versetzt Mara in Todesangst.
Wenn die Nebennierenrinden ständig durch Stress und Angst das Stresshormon Kortisol ausschütten, wird der Körper ebenfalls krank. Es entwickelt sich eine Stoffwechselstörung, wodurch die Hunde an Gewicht zunehmen und das Futter nicht mehr richtig verwertet werden können.
Ein Jahr und sieben Monate habe ich geforscht, recherchiert, hinterfragt, behandeln lassen, selbst behandelt, mich von Ärzten in Frage stellen und mir das Münchhausen Syndrom andichten lassen. Dieses Syndrom besagt, dass man bei seinem Schutzbefohlenen ständig neue Krankheiten vermutet, um ihnen eine übermäßige Fürsorge angedeihen lassen zu können.
Es war ein schmerzvoller Weg für uns beide.
Doch nun bin ich optimistisch und entschiedener denn je, Mara ein schönes und hoffentlich noch sehr langes Leben an meiner Seite zu ermöglichen.
Wir werden nun endlich aufs Land in ein Häuschen mit Garten ziehen. Mara ist in guten Händen von Heilpraktikern und Physiotherapeuten und ich erwäge und kläre aktuell, ob eine Hypnose Behandlung die traumatischen Bilder aus der Vergangenheit auslöschen könnte..
Ich hatte in einem meiner letzten Beiträge ja bereits das Thema Tierschutz etwas kritischer hinterfragt.
Genau das kann der Tierschutz eben definitiv aus finanziellen, personellen und Kapazitätsgründen nicht leisten, solche Schicksale auszuschließen.
Niemand kennt die Geschichten dieser armen Seelen und nicht jedes Tier möchte gerettet werden und in ein fremdes Land mit einer fremden Kultur und Sprache verbracht werden.
Auch hier kann die Tierkommunikation ein mögliches und hilfreiches Mittel sein, um zu erfahren und zu prüfen, ob eine Vermittlung auch im Sinne des Tieres ist.
Eine ganz wichtige Botschaft möchte ich mit Euch teilen: Hört auf Eure Intuition! Ihr kennt Euer Tier am allerbesten. Lasst Euch nicht abwimmeln und abspeisen mit oberflächlichen Diagnosen und pauschalen Medikamentengaben! Und das gilt natürlich generell für alle Haustiere und nicht nur für Tiere aus dem Tierschutz.